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Schlagwort: probiotika

Bacillus clausii – Das sporenbildende Probiotikum für die Darmbalance bei Durchfall und Verdauungsbeschwerden

Nachdem wir uns im letzten Beitrag die probiotische Hefe Saccharomyces boulardii angeschaut haben – und wieso sie bei Durchfall, Reizdarm und Antibiotikabehandlung Anwendung findet – richten wir heute wieder den Blick auf ein Bakterium: Bacillus clausii. Damit schließen wir unsere kleine Reihe zu Sporenprobiotika ab. Wir hatten bereits Artikel zu Bacillus subtilis und Bacillus coagulans veröffentlicht.

Schauen wir uns also an, was B. clausii alles drauf hat – und wieso es interessant für Dich und Deine Verdauung sein könnte.

Hinweis: Wie immer sind die Informationen in unserem Artikel von uns selbst recherchiert und geschrieben – ohne Beteiligung von ChatGPT und Konsorten. Viel Spaß beim Lesen!

Was ist Bacillus clausii?

Bacillus clausii ist ein grampositives, stäbchenförmiges Bakterium, das zur Gruppe der sporenbildenden Probiotika gehört – in der neueren taxonomischen Einordnung wird es auch als Alkalihalobacillus clausii geführt. Unter ungünstigen Bedingungen, etwa Nährstoffmangel oder Hitze, bildet es eine Endospore: eine Art Ruhezustand mit widerstandsfähiger Schutzhülle, in dem der Stoffwechsel praktisch stillsteht. Diese Spore übersteht die Magenpassage deutlich zuverlässiger als die empfindlichen Zellen klassischer Milchsäurebakterien wie Lactobacillus oder Bifidobacterium – ein Prinzip, das wir im Grundlagenartikel zu sporenbildenden Probiotika bereits eingeordnet haben. Erst im Darm, in einer für das Bakterium wieder günstigen Umgebung, geht die Spore in ihre aktive, stoffwechselaktive Form über.

Bacillus clausii kann bei Durchfall und Reizdarm helfen

Was macht Bacillus clausii im Darm – die Wirkmechanismen

Von B. clausii existieren einige Stämme, die sich in ihrem Genom unterscheiden. Daher ist die folgende Beschreibung der Funktionen von B. clausii im Darm eine allgemeine Beschreibung ohne den Fokus auf einen spezifischen Stamm. Wenn in den entsprechenden Studien der Stamm angegeben ist, so ist er in Klammern hinter einer Aussage referenziert.

  • #1 Immunmodulation – Antimikrobielle Wirkstoffe und Inflammationsregulation

    Ein zentraler Wirkmechanismus von B. clausii ist die Produktion antimikrobieller Substanzen. Die Zellen bestimmter B. clausii Stämme bilden das Lantibiotikum/Lanthipeptid Clausin, ein modifiziertes Peptid, das gezielt Lipid-Zwischenprodukte der bakteriellen Zellwandsynthese (Peptidoglykane) angreift und dadurch grampositive Keime hemmt2. Die Fähigkeit zur Produktion von Clausin wurde unter anderem für den Stamm UBBC07 auch nach simulierter Magen-Darm-Passage bestätigt3.

    Neben der direkten antimikrobiellen Wirkung greift Bacillus clausii regulierend in Entzündungsprozesse ein. In einem Makrophagen-Modell löste der Stamm MTCC-8326 zunächst eine kontrollierte, zeitlich begrenzte proentzündliche Reaktion aus, gefolgt von einer Zunahme antientzündlicher Signale in der späteren Phase – ein Muster, das eher auf eine regulierte Immunantwort als auf reine Unterdrückung oder Aktivierung hindeutet4. Bei einer simulierten Rotavirus-Infektion regten B. clausii Stämme zudem die Bildung der körpereigenen antimikrobiellen Peptide humanes Beta-Defensin 2 und Cathelicidin an und dämpften gleichzeitig die Freisetzung pro-inflammatorischer Signale wie IL-8 und IFN-β5.

  • #2 Stabilisierung der Darmbarriere (Mucin, Tight Junctions)

    Wie viele andere Probiotika kann auch B. clausii Effekte auf die Darmbarriere haben – zum einen über die bereits erwähnten immunmodulatorischen Effekte. Es zeigt sich jedoch auch explizit, dass Bacillus clausii in präklinischen Studien die Expression der Tight Junctions (wichtig für die Darmbarriere) erhöhen kann und außerdem Dysbiosen ausgleichen kann. Bei Mäusen, die fünf Tage lang oral eine hohe Dosis Ceftriaxon erhielten, zeigte sich, dass mit B. clausii die Expression von Tight Junctions verbessert war und die unausgewogene Produktion von pro- und antiinflammatorischen Zytokinen im Kolon reguliert werden konnte, was zu einer vollständigen Rückbildung der Darmschäden führte6.

Die große Frage, die bleibt: Wie sieht es mit der Effektivität von Bacillus clausii in klinischen Studien und der Praxiserfahrung aus?

Reizdarm, Blähungen, Verdauungsbeschwerden: Kann Bacillus clausii helfen?

Klassischerweise wird Bacillus clausii im Rahmen von Durchfällen verwendet, oftmals antibiotika-assoziierten Durchfällen – daher zuerst mehr zu diesem klassischen Anwendungsfall, bevor es im Detail um andere Verdauungsbeschwerden und Syndrome wie das Reizdarmsyndrom (RDS) geht.

Bacillus clausii bei Durchfällen – Studienlage

  • B. clausii bei akuter Gastroenteritis

    Durchfälle sind besonders bei kleinen Kindern problematisch, da hier das Elektrolytgleichgewicht besonders schnell entgleisen kann. Ein Präparat mit Bacillus clausii, bestehend aus einer Kombination von vier Stämmen, wurde bei Kindern mit akuter Gastroenteritis in einer Meta-Analyse (14 Studien) untersucht7. Für die drei in den randomisierten Studien am häufigsten berichteten Parameter – Dauer des Durchfalls, Anzahl der Stuhlgänge und Dauer des Krankenhausaufenthalts – zeigte sich im Vergleich zur Kontrollgruppe für alle eine signifikante Verbesserung.

  • B. clausii bei Antibiotika-assoziertem Durchfall

    Eine weitere aktuelle Übersichtsarbeit zu B. clausii bei Durchfallgeschehen wertete vier Studien aus: zwei randomisiert-kontrollierte Studien (RCTs) bei Erwachsenen im Rahmen einer Helicobacter pylori Eradikationstherapie sowie eine gepoolte Analyse von RCTs bei 435 Kindern (0–14 Jahre)8. Bei den Erwachsenen sank die Durchfallhäufigkeit nach einer Woche Antibiotikaeinnahme unter Bacillus clausii von 47,7 % (Placebo) auf 29,2 % (Verum), begleitet von signifikant selteneren epigastrischen Schmerzen. Eine zweite, ältere RCT zeigte ebenfalls signifikant weniger Durchfall und Übelkeit in der ersten Behandlungswoche. Bei Kindern reduzierte sich die Häufigkeit von Antibiotika-assoziiertem Durchfall von 6,5 % (Kontrolle) auf 1,8 %.

  • B. clausii während H. pylori Eradikationstherapie

    Auch während anderer Antibiotikatherapien, beispielsweise während einer Helicobacter pylori Eradikationstherapie, wurde Bacillus clausii angewendet. Eine ältere randomisierte doppelblinde, placebokontrollierte Studie (das ist ein sehr hochwertiger Studientyp) untersuchte gezielt, ob B. clausii Nebenwirkungen einer Helicobacter pylori Eradikationstherapie abmildern kann9. 120 Helicobacter pylori positive, zuvor beschwerdefreie Personen erhielten die zu diesem Zeitpunkt übliche siebentägige Standard-Tripeltherapie (also drei sehr starke Antibiotika, da H. pylori ein hartnäckiger Erreger ist), begleitet entweder von Bacillus clausii oder Placebo. Die Probiotikgruppe zeigte in Woche 1 deutlich seltener Übelkeit (25,9 % vs. 50,0 %), Durchfall (9,3 % vs. 30,8 %) und epigastrische Schmerzen (44,4 % vs. 65,4 %) als die Placebogruppe; die Effekte für Übelkeit und Durchfall blieben auch in Woche 2 bestehen. Wichtig: Die Eradikationsrate selbst unterschied sich nicht zwischen den Gruppen – B. clausii konnte also die Symptome der Therapie abmildern, ohne die Wirksamkeit zu reduzieren.

Bei all diesen Studien ist es wichtig zu erwähnen, dass Stämme genutzt wurden, die nachweislich antibiotikaresistent sind. Wie sieht es bei chronischen, länger andauernden Beschwerden aus – zum Beispiel dem Reizdarmsyndrom?

Bacillus clausii bei Reizdarmsyndrom – Studienlage

Die bislang einzige groß angelegte klinische Studie zu B. clausii bei Reizdarmsyndrom ist eine Studie mit 259 Kindern und Jugendlichen (6–17 Jahre)10:

  • Nach acht Wochen zeigte sich beim primären Endpunkt – einer klinisch relevanten Symptombesserung – kein signifikanter Unterschied zwischen Bacillus clausii (73,6 %) und Placebo (78,5 %), nur ein leichter Trend.
  • Auf Ebene einzelner Symptome gab es vereinzelte Signale: In Woche 4 traten unter B. clausii etwas seltener Bauchschmerz-Episoden auf, und bei Teilnehmenden mit verstopfungsdominantem Reizdarm (RDS-O) war der Anteil an Tagen mit Blähungen in den Wochen 4 und 16 geringer. Diese Einzeleffekte reichten jedoch nicht aus, um die Studie insgesamt als Wirksamkeitsnachweis zu werten.

Zwei Einordnungen sind hier wichtig:

  1. Auch diese Studie bezieht sich auf den Stämme-Komplex O/C, N/R, SIN und T – nicht auf die in Nahrungsergänzungsmitteln typischerweise enthaltenen Stämme, zu denen bislang keine RDS-Studie vorliegt.
  2. Das bedeutet das nicht, dass die zuvor beschriebenen Wirkmechanismen von Bacillus clausii – Immunmodulation, Barrierestabilisierung, antimikrobielle Aktivität – nicht stattfinden. Für eine klare Empfehlung oder Ablehnung speziell bei Reizdarm braucht es also weitere Forschung, auch bei Erwachsenen, die deutlich häufiger zu Probiotika bei RDS greifen.

Von allen sporenbildenden Probiotika ist die Evidenz also besonders robust im Durchfallbereich, aber noch nicht so ausgereift in anderen Bereichen wie RDS. Wenn Reizdarm oder Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) Dein Ausgangspunkt sind, dann solltest Du auf eine Kombination mit anderen Sporenprobiotika zurückgreifen. 

Bacillus clausii: Worauf Du bei Auswahl und Einnahme achten solltest

Wenn Du Dich für ein Bacillus clausii Präparat entscheidest, lohnt sich auch hier der genaue Blick – denn „Bacillus clausii“ ist, wie wir gesehen haben, keine einheitliche Größe. Hinter dem Namen verbergen sich teils sehr unterschiedliche Stämme:

  • der historische Vierer-Komplex O/C, N/R, SIN und T,
  • der Stamm 088AE,
  • aber auch weitere Stämme wie UBBC07 oder MTCC-8326.

Ein seriöser Hersteller weist den verwendeten Stamm daher immer klar in den Zutaten aus – etwa als Bacillus clausii 088AE. Fehlt diese Angabe, lässt sich die vorhandene wissenschaftliche Datenlage kaum einordnen.

Warum das wichtig ist: Erkenntnisse aus Sicherheits- und Wirksamkeitsstudien gelten grundsätzlich nur für den jeweils untersuchten Stamm und lassen sich nicht automatisch auf andere Stämme derselben Art übertragen. 

Wie bei allen Präparaten mit lebenden Mikroorganismen gilt: Sprich die Einnahme mit einem Arzt oder einer Ärztin ab, wenn Du stark immungeschwächt bist – etwa durch eine Chemotherapie, Strahlentherapie, die dauerhafte Einnahme von Immunsuppressiva oder eine schwere chronische Grunderkrankung. Bei B. clausii sind beispielsweise vereinzelt Fälle von Bakteriämie (Bakterien im Blut) nach Einnahme dokumentiert, praktisch ausschließlich bei bereits schwer immunsupprimierten oder mehrfach vorerkrankten Personen. Absolut betrachtet ist das angesichts der breiten Nutzung des Probiotikums ein sehr seltenes Ereignis, unterstreicht aber, warum die Rücksprache bei Risikogruppen sinnvoll ist. Für immunkompetente Erwachsene gelten gut charakterisierte, sicherheitsgeprüfte Stämme als gut verträglich.

Fazit: Bacillus clausii – der Spezialist unter den Sporenbildnern bei Durchfall und während Antibiotikaeinnahme

Bacillus clausii ist ein widerstandsfähiger, sporenbildender Verwandter der übrigen in diesem Blog vorgestellten Bacillus-Arten – mit einer Besonderheit: Einige Stämme gelten als besonders stabil und teilweise sogar antibiotikaresistent, was die Einnahme während einer Antibiotikatherapie ermöglicht. Am belastbarsten ist die Studienlage dort, wo B. clausii traditionell eingesetzt wird: bei akutem und antibiotika-assoziiertem Durchfall, auch bei Kindern. Beim Reizdarmsyndrom dagegen zeigt die bislang aussagekräftigste Studie keinen signifikanten Vorteil gegenüber Placebo – bei alleinigen funktionellen Darmbeschwerden braucht es also noch mehr Forschung.

Die wichtigste Erkenntnis für Dich: Bacillus clausii ist nicht gleich Bacillus clausii. Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten gelten immer nur für den jeweils untersuchten Stamm – deshalb lohnt sich beim Blick aufs Etikett nicht nur die Artbezeichnung, sondern auch die genaue Stammangabe.

Wir empfehlen daher oft die Kombination aus mehreren sporenbildenden Probiotika, zum Beispiel mit Bacillus coagulans und Bacillus subtilis, da jedes dieser Probiotika eigene Schwerpunkte hat. 


Referenzen (Englisch)
  1. Ghelardi, E., Abreu Y Abreu, A. T., Marzet, C. B., Álvarez Calatayud, G., Perez, M., 3rd, & Moschione Castro, A. P. (2022). Current Progress and Future Perspectives on the Use of Bacillus clausii. Microorganisms, 10(6), 1246. https://doi.org/10.3390/microorganisms10061246
  2. Bouhss, A., Al-Dabbagh, B., Vincent, M., Odaert, B., Aumont-Nicaise, M., Bressolier, P., Desmadril, M., Mengin-Lecreulx, D., Urdaci, M. C., & Gallay, J. (2009). Specific interactions of clausin, a new lantibiotic, with lipid precursors of the bacterial cell wall. Biophysical journal, 97(5), 1390–1397. https://doi.org/10.1016/j.bpj.2009.06.029
  3. Ahire, J. J., Kashikar, M. S., & Madempudi, R. S. (2020). Survival and Germination of Bacillus clausiiUBBC07 Spores in in vitro Human Gastrointestinal Tract Simulation Model and Evaluation of Clausin Production. Frontiers in microbiology, 11, 1010. https://doi.org/10.3389/fmicb.2020.01010
  4. Pradhan, B., Guha, D., Ray, P., Das, D., & Aich, P. (2016). Comparative Analysis of the Effects of Two Probiotic Bacterial Strains on Metabolism and Innate Immunity in the RAW 264.7 Murine Macrophage Cell Line. Probiotics and antimicrobial proteins, 8(2), 73–84. https://doi.org/10.1007/s12602-016-9211-4
  5. Paparo, L., Tripodi, L., Bruno, C., Pisapia, L., Damiano, C., Pastore, L., & Berni Canani, R. (2020). Protective action of Bacillus clausii probiotic strains in an in vitro model of Rotavirus infection. Scientific reports, 10(1), 12636. https://doi.org/10.1038/s41598-020-69533-7
  6. Pirozzi, C., Opallo, N., Coretti, L., Lama, A., Annunziata, C., Comella, F., Melini, S., Buommino, E., Mollica, M. P., Aviello, G., Mattace Raso, G., Lembo, F., & Meli, R. (2023). Alkalihalobacillus clausii (formerly Bacillus clausii) spores lessen antibiotic-induced intestinal injury and reshape gut microbiota composition in mice. Biomedicine & pharmacotherapy = Biomedecine & pharmacotherapie, 163, 114860. https://doi.org/10.1016/j.biopha.2023.114860
  7. Michel, M. C., & Pellegrino, P. (2025). A Comprehensive Review and Meta-analysis on the Treatment of Acute Gastroenteritis in Children with a Bacillus clausii Preparation (Enterogermina®). Advances in therapy, 42(7), 3076–3088. https://doi.org/10.1007/s12325-025-03221-8
  8. Abreu, A. T., Vázquez Frías, R., Boggio Marzet, C., Stefanolo, J. P., Concha Mejía, A., Bustos Fernández, L., Laudanno, O., Rosa, D., Cruz Serrano, M. C., Cárdenas, K., & Zuluaga, J. (2025). Effectiveness of Bacillus clausii (O/C, N/R, SIN, T) in the Prevention of Antibiotic-Associated Diarrhea and Gastrointestinal Symptoms: A Systematic Review. Antibiotics (Basel, Switzerland), 14(5), 439. https://doi.org/10.3390/antibiotics14050439
  9. Nista, E. C., Candelli, M., Cremonini, F., Cazzato, I. A., Zocco, M. A., Franceschi, F., Cammarota, G., Gasbarrini, G., & Gasbarrini, A. (2004). Bacillus clausii therapy to reduce side-effects of anti-Helicobacter pylori treatment: randomized, double-blind, placebo controlled trial. Alimentary pharmacology & therapeutics, 20(10), 1181–1188. https://doi.org/10.1111/j.1365-2036.2004.02274.x
  10. Vázquez-Frias, R., Consuelo-Sánchez, A., Acosta-Rodríguez-Bueno, C. P., Blanco-Montero, A., Robles, D. C., Cohen, V., Márquez, D., & Perez, M., 3rd (2023). Efficacy and Safety of the Adjuvant Use of Probiotic Bacillus clausii Strains in Pediatric Irritable Bowel Syndrome: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Study. Paediatric drugs, 25(1), 115–126. https://doi.org/10.1007/s40272-022-00536-9

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SACCHAROMYCES BOULARDII bei Reizdarm und SIBO

Saccharomyces boulardii – Die probiotische Hefe bei Durchfall, Reizdarmsyndrom und Antibiotikabehandlung

Probiotika sind Bakterien, die verabreicht werden, um die Darmflora anzureichern … Moment mal, Saccharomyces boulardii ist doch gar kein Bakterium, sondern eine Hefe und die probiotische Hefe bleibt auch gar nicht im Darm, sondern wird wieder ausgeschieden. Wie kann S. boulardii dann eigentlich positive Effekte auf den Darm und das dort ansässige Mikrobiom haben?

Mehr zu zwei interessanten Sporenbiotika findest Du in unseren Artikeln zu Bacillus subtilis und Bacillus coagulans.

Hinweis: Wie immer sind die Informationen in unserem Artikel von uns selbst recherchiert und geschrieben – ohne Beteiligung von ChatGPT und Konsorten. Viel Spaß beim Lesen!

Was ist Saccharomyces boulardii – und warum ist eine Hefe ein Probiotikum?

Saccharomyces boulardii ist eine Hefe, die von dem Wissenschaftler Henri Boulard in den 1920ern entdeckt wurde. Dieser hat den Hefepilz ursprünglich aus den Schalen der Mangostanfrucht (siehe Bild) isoliert. Hefen sind einzellige Pilze – Schimmelpilze und S. boulardii gehören also beide ins Reich der Pilze. Sie haben sonst recht wenig miteinander zu tun: während S. boulardii ein nützlicher Hefepilz ist, ist Schimmelpilz ein schädlicher Fadenpilz.

Saccharomyses boulardii wurde aus der Mangostanfrucht isoliert

Wusstest Du, dass die Bäckerhefe – Saccharomyces cerevisiae – der gleichen Art angehört? Natürlich handelt es sich hier um einen anderen Stamm mit anderen Eigenschaften, aber die beiden Stämme sind verwandt.

Im Gegensatz zu den sporenbildenden Probiotika, die wir Dir in vergangenen Artikeln vorgestellt haben, ist Saccharomyces boulardii kein Sporenbildner und daher nicht ganz so stabil. S. boulardii ist stabiler als viele andere Probiotika bei der Passage durch den Magen, bei einem pH-Wert von 1-2 geht auch S. boulardii zum Teil kaputt.1 Deshalb gilt die Regel, die Einnahme mit dem Essen zu kombinieren, da hier der pH-Wert höher liegt. S. boulardii ist außerdem bis zu einer Temperatur von etwa 37 °C optimal aktiv – was genau der menschlichen Körpertemperatur entspricht.

Warum ist S. boulardii nun eine nützliche Hefe und zählt damit zu den Probiotika? Tatsächlich gibt es mehrere Faktoren, die S. boulardii besonders machen:

  • 1. Transiente Besiedlung wie bei den Bacillus-Arten

    Auch S. boulardii siedelt sich nicht dauerhaft im Darm an – ähnlich wie B. subtilis und B. coagulans handelt es sich um eine transiente Besiedlung. Das bedeutet: Nach Absetzen der Einnahme ist die Hefe innerhalb weniger Tage nicht mehr im Stuhl nachweisbar.2 Das klingt zunächst nach einem Nachteil, ist aber keiner – denn S. boulardii entfaltet seine positiven Effekte bereits während der Passage durch den Darm, unter anderem durch die Produktion von Substanzen, die das Darmmilieu und die Zusammensetzung der Darmflora nachhaltig beeinflussen können. Das Problem bei anderen Probiotika ist oft, dass diese sich im Darmmikrobiom anreichern und potenziell selbst zu einer Dysbiose führen können, wenn sie Überhand nehmen – beziehungsweise zu SIBO (Small Intestinal Bacterial Overgrowth), wenn sie sich schon im Dünndarm ansiedeln. S. boulardii übt seinen probiotischen Effekt vor allem über die Produktion von bestimmten Substanzen aus – mehr dazu später.

  • 2. Von Natur aus resistent gegen Antibiotika

    Der nächste Vorteil von S. boulardii ist die natürliche Resistenz gegen Antibiotika, da diese nicht gegen Hefe wirken. Damit ist es eines der wenigen Probiotika, die auch während einer antibiotischen Therapie gegeben werden können – was ein komplett neues Anwendungsgebiet eröffnet. S. boulardii wird beispielsweise während der antibiotischen Therapie gegen H. pylori angewendet oder während anderer antibiotischer Therapien zur Verhinderung einer Clostridioides difficile-Überwucherung, einer typischen Nebenwirkung von Antibiotika. Diese Effekte übt es, wie erwähnt, vor allem über die Substanzen aus, die S. boulardii im Darm produziert. 

Was produziert Saccharomyces boulardii im Darm?

S. boulardii ist in seiner Wirkungsweise ziemlich einzigartig unter den Probiotika – und das liegt vor allem daran, dass es als Hefe ganz andere Stoffklassen produziert als Bakterien. Vier Klassen stechen dabei besonders hervor.

  • #1 Proteasen und Phosphatasen – Zerstörung pathogener Keime

    S. boulardii sezerniert spezifische Proteasen und Phosphatasen – das sind Enzyme; darunter eine 54-kDa-Serinprotease, die aktiv die Toxine von Clostridioides difficile abbaut; sowie eine 63-kDa-Phosphatase, die die Endotoxine pathogener Escherichia coli zerstört. Durch die direkte Neutralisierung dieser schädlichen Proteine verhindert die Hefe, dass sie an die Rezeptoren der Darmschleimhaut binden können. Das ist besonders relevant bei Durchfall, der durch krankmachende Keime oder deren Giftstoffe ausgelöst wird; und erklärt, warum S. boulardii auch begleitend zu Antibiotikatherapien eingesetzt wird, bei denen das Risiko für Clostridioides difficile-Infektionen erhöht ist – mehr zu der Effektivität weiter unten.3

  • #2 Polyamine – der Darmreifungsfaktor

    S. boulardii kann Polyamine synthetisieren und freisetzen sowie die Aktivität intestinaler Verdauungsenzyme steigern und die Aktivität von Nährstofftransportsystemen hochregulieren. Bei den Polyaminen handelt es sich um Moleküle wie Spermidin und Spermin, die in allen lebenden Organismen vorkommen und eine wichtige Rolle bei Zellwachstum und Gewebereifung spielen. Lyophilisiertes S. boulardii CNCM I-745 enthält messbare Mengen der biogenen Polyamine Spermin, Spermidin und Putrescin. Die Verabreichung an Ratten erhöhte die Spermin- und Spermidinkonzentrationen in der Jejunalschleimhaut signifikant und steigerte dabei auch die Aktivität von Verdauungsenzymen wie Sucrase und Maltase.4 Für den Darm bedeutet das: S. boulardii unterstützt nicht nur die Verdauung, sondern fördert aktiv die Erneuerung der Darmschleimhaut. Das ist besonders an dem Stamm S. boulardii CNCM I-745 beobachtet worden sowie bei einem speziellen, veränderten Stamm, der Polyamine überproduziert.5

  • #3 Sekretorisches IgA – die Immunbarriere

    Durch die Aktivierung von dendritischen Zellen und Toll-like-Rezeptoren (TLR-2/4) fördert S. boulardii die intestinale Sekretion von IgA und reguliert überschießende Entzündungsreaktionen. Sekretorisches IgA (sIgA) ist der wichtigste Antikörper der Darmschleimhaut – er bildet gewissermaßen eine Schutzschicht gegen eindringende Krankheitserreger. Dieser Mechanismus ist besonders interessant bei Menschen, die nach Antibiotikagabe oder in Stressphasen eine geschwächte Darmbarriere haben, und ist daher weiterhin Gegenstand aktueller Forschung.3,6

  • #4 Tight Junction-Proteine – der Barriereeffekt

    S. boulardii kann die Expression von Entzündungsfaktoren modulieren und die Integrität der gastrointestinalen Mukosabarriere erhalten, indem es die Sekretion von Tight-Junction-Proteinen fördert und direkt an Pathogene bindet, wodurch deren Wechselwirkung mit intestinalen Epithelzellen gehemmt wird. Tight Junctions sind die molekularen “Verbindungsstücke” zwischen den Zellen der Darmschleimhaut: Sind sie intakt, können Krankheitserreger und Toxine nicht unkontrolliert in den Körper eindringen. Hierzu gab es einige Tierstudien mit Modellen der ulzerativen Kolitis, einer Darmschleimhautentzündung. So konnte gezeigt werden, dass die Gabe von S. boulardii die Barriereproteinlevel erhöhen konnte, vermutlich auch über eine Hemmung des NF-κB Signalwegs, ein prominenter Entzündungsweg.7 Auch mit abgetöteten S. boulardii Hefen war das der Fall in einem Mausmodell.8

Zusammengefasst wirkt S. boulardii also auf mehreren Ebenen gleichzeitig: Es neutralisiert aktiv Giftstoffe, fördert die Darmschleimhaut, stärkt die Immunabwehr der Schleimhaut und schützt die physische Barriere des Darms. Wie sich das in konkreten klinischen Studien beim Menschen niederschlägt, erfährst Du im nächsten Abschnitt.

Durchfall, Reizdarm, Antibiotika: Kann Saccharomyces boulardii helfen?

Zu S. boulardii besteht tatsächlich einiges an Evidenz zur Wirksamkeit, besonders bei Durchfällen und Antibiotika-Einnahme. Das hat zum Hintergrund, dass es auch bereits Over-the-Counter-Arzneimittel (Medikamente, die man ohne Rezept in der Apotheke kaufen kann) mit dem Stamm Saccharomyces boulardii CNCM I-745 gibt. Oft sind Studien also zu diesem Stamm, allerdings wurden auch andere Stämme untersucht.

In der folgenden Übersicht gehen wir auf die wichtigsten Anwendungsgebiete ein:

Probiotika und Sporenbilder für Darmgesundheit
  • S. boulardii bei Reisedurchfall und akutem Durchfall

    Hier ist die Evidenzlage am stärksten – bei akutem Durchfall. So gibt es tatsächlich mehrere Meta-Analysen zu dem Thema: Hierbei werden mehrere klinische Studien zusammen bewertet, wodurch eine stärkere Aussage zur Effektivität getroffen werden kann. Eine ältere Meta-Analyse von 2010 zeigte einen deutlich signifikanten Effekt zur Prävention von Reisedurchfall sowie Antibiotika-assoziiertem Durchfall – mit einer Dosis von 250-1000 mg pro Tag für Reisedurchfall-Vorbeugung.9

    Eine andere Meta-Analyse untersuchte den Effekt von mehreren Probiotika-Stämmen, konnte jedoch nur bei Saccharomyces boulardii einen signifikanten Effekt zur Vorbeugung von Reisedurchfall aufzeigen.10

  • Antibiotika-assoziierter Durchfall – hilft S. boulardii?

    Wie bereits erklärt, ist S. boulardii das einzige Probiotikum, das begleitend zu einer Antibiotikabehandlung eingenommen werden kann, ohne durch das Antibiotikum selbst abgetötet zu werden. Das macht es für diesen Anwendungsbereich grundsätzlich besonders interessant. Aber was sagen klinische Studien konkret?

    Auf der positiven Seite stehen eine Reihe randomisierter kontrollierter Studien sowie einige Meta-Analysen, die einen schützenden Effekt von S. boulardii gegenüber Antibiotika-assoziiertem Durchfall zeigen konnten. Besonders gut belegt ist dabei der Einsatz bei Durchfall im Zusammenhang mit Helicobacter pylori-Eradikationstherapien – einer der nebenwirkungsreichsten Antibiotikatherapien überhaupt, bei der S. boulardii in mehreren Studien Häufigkeit und Schwere von Durchfällen signifikant reduzieren konnte und das Outcome der Antibiotika-Therapie verbessern konnte.11 Eine Meta-Analyse konnte konkret auch eine Reduktion von Clostridioides difficile bedingtem Durchfall zeigen, die jedoch nur bei der Anwendung bei Kindern signifikant war.12

    Auf der anderen Seite steht eine große deutsche Multizenterstudie, die S. boulardii bei hospitalisierten erwachsenen Patienten unter systemischer Antibiotikatherapie in 15 Krankenhäusern untersuchte.13 Das Ergebnis war eindeutig: Kein signifikanter Unterschied zwischen S. boulardii und Placebo beim Auftreten von Antibiotika-assoziiertem Durchfall. Die Autoren schlussfolgern, dass die Wirkungsmechanismen von Probiotika insgesamt noch besser verstanden werden müssen, bevor weitere Studien durchgeführt werden.

    Was erklärt diesen Widerspruch? Wahrscheinlich spielt es eine entscheidende Rolle, bei welcher Patientengruppe S. boulardii eingesetzt wird. Die deutsche Studie schloss eine relativ gesunde, gemischte Patientengruppe ohne spezifische Risikofaktoren für Antibiotika-assoziierten Durchfall ein – und die Durchfallrate war in beiden Gruppen ohnehin sehr niedrig. Andere, positive Studien untersuchten dagegen häufig gezielt Hochrisikogruppen oder spezifische Antibiotikaregime. Das deutet darauf hin, dass S. boulardii möglicherweise vor allem dort einen Nutzen entfaltet, wo das Risiko für Antibiotika-assoziierten Durchfall ohnehin erhöht ist – etwa bei langen oder intensiven Antibiotikabehandlungen, bei älteren Patienten oder nach vorausgegangenen Darmproblemen.

  • S. boulardii bei Reizdarmsyndrom (RDS) und SIBO

    Das Reizdarmsyndrom (RDS) äußert sich in chronischen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung ohne klare organische Ursache. Eine Unterform ist das Durchfall-dominante Reizdarmsyndrom (RDS-D), für das die Datenlage zu S. boulardii am vielversprechendsten ist.

    Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit 67 RDS-Patienten zeigte, dass die Gesamtverbesserung der Lebensqualität in der S. boulardii-Gruppe deutlich stärker war als unter Placebo (15,4 % vs. 7,0 %).14 Bei einzelnen Symptomen wie Stuhlfrequenz und -konsistenz zeigte sich hingegen kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen. Die Lebensqualität verbesserte sich also messbar, einzelne Symptome reagieren weniger einheitlich.

    Besonders interessant ist der Einsatz bei RDS-D mit gleichzeitiger bakterieller Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO): Eine Pilotstudie aus 2023 untersuchte 54 Patienten mit RDS-D und nachgewiesenem SIBO.15 Der RDS-Symptom-Score sank in der S. boulardii-Gruppe um 134 Punkte, in der Kontrollgruppe nur um 93 Punkte. Der Anteil der Patienten mit Durchfall war in der S. boulardii-Gruppe mit 25,9 % zudem geringer als in der Vergleichsgruppe mit 47,6 %. Es handelt sich dabei um eine Pilotstudie mit offenem Design – die Ergebnisse sind also als erste Hinweise zu verstehen, nicht als abschließender Beweis.

Fazit: Saccharomyces boulardii – ein ganz besonderes Probiotikum zur Symptomkontrolle

Saccharomyces boulardii ist unter den Probiotika eine echte Besonderheit – nicht nur weil es eine Hefe und kein Bakterium ist, sondern weil es dadurch ganz eigene Stärken mitbringt. Die natürliche Antibiotikaresistenz macht es zum einzigen Probiotikum, das während einer Antibiotikabehandlung sinnvoll eingesetzt werden kann. Die Evidenz zur Vorbeugung von Reisedurchfall ist ziemlich stark und bei Antibiotika-assoziiertem Durchfall – besonders bei Hochrisikogruppen und intensiven Therapien wie der H. pylori-Eradikation – zeigt es ebenfalls einen klinisch relevanten Nutzen. Für das Durchfall-dominante Reizdarmsyndrom, vor allem in Kombination mit SIBO, liefern erste Studien vielversprechende Hinweise, die noch weiter bestätigt werden müssen. S. boulardii scheint also besonders bei durchfallbetonten Erkrankungen einen Nutzen zu zeigen.

FAQ

  1. Was kann S. boulardii, was B. subtilis und B. coagulans nicht können?
    Der entscheidende Unterschied: S. boulardii ist eine Hefe und daher von Natur aus resistent gegen Antibiotika. Das macht es zum einzigen Probiotikum, das während einer Antibiotikabehandlung eingenommen werden kann, ohne abgetötet zu werden – ein Anwendungsbereich, für den B. subtilis und B. coagulans trotz ihrer Sporenresistenz nicht geeignet sind, da Antibiotika auch gegen Bakterien in Sporenform wirken können. Darüber hinaus produziert S. boulardii als Hefe andere Wirkstoffe als Bakterien – darunter spezifische Enzyme, die bakterielle Toxine direkt abbauen.

  2. Wie lange sollte man S. boulardii einnehmen?
    Das hängt vom Anwendungsbereich ab. Zur Vorbeugung von Reisedurchfall empfiehlt sich die Einnahme ab fünf Tagen vor Reisebeginn bis zum Ende der Reise. Begleitend zu einer Antibiotikabehandlung sollte S. boulardii für die gesamte Dauer der Therapie eingenommen werden. Bei RDS oder allgemeinen Verdauungsbeschwerden deuten Studien auf Behandlungszeiträume von vier bis sechs Wochen hin. Da S. boulardii den Darm nur transient besiedelt, verlässt es das System nach Absetzen innerhalb weniger Tage wieder. Grundsätzlich kann es auch länger eingenommen werden.

  3. Ist S. boulardii sicher?
    In geprüften Stämmen und üblichen Dosierungen gilt S. boulardii als gut verträglich und sicher. Eine Ausnahme bilden stark immungeschwächte Personen – etwa während Chemotherapie oder unter Immunsuppressiva – da Hefen in sehr seltenen Fällen bei diesen Patientengruppen systemische Infektionen auslösen können. In diesem Fall sollte die Einnahme immer mit einem Arzt oder einer Ärztin abgestimmt werden.

Referenzen (Englisch)
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Probiotika - nutzlos oder nützlich?

Probiotika – nutzlos oder nützlich?

Im Jahr 2018 veröffentlichten Wissenschaftler des Weizmann-Instituts zwei bahnbrechende Studien. Diese Studien werfen seitdem Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und des Nutzens von Probiotika, die zusammen mit Antibiotika oder nach deren Verabreichung eingenommen werden, auf.

In diesem Beitrag greifen wir die wichtigsten Eckpunkte aus den beiden Studien auf und ordnen sie vor dem Hintergrund früherer und jüngster Erkenntnisse ein.

Probiotika weiter auf dem Vormarsch

Der Markt für Probiotika ist nach wie vor im Aufwind. Viele Heilpraktiker und Ärzte empfehlen ihren Patienten Nahrungsergänzungen mit lebenden Bakterien (Probiotika). Die meisten Produkte versprechen irgendeine Art von gesundheitlichem Nutzen, wie ein gesteigertes Wohlbefinden, eine bessere Verdauung, weniger Durchfall, weniger Blähungen oder eine allgemein verbesserte Darmgesundheit. 

Doch erweisen Ärzte, Heilpraktiker sowie weitere Angehörige der Heilberufe den Betroffenen tatsächlich einen Gefallen? Wie bei so vielen Fragen gibt es auch auf diese Frage kein klares Ja oder Nein, sonder: Es kommt darauf an.

»Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die dem Menschen einen gesundheitlichen Vorteil bringen, wenn sie in ausreichender Menge aufgenommen werden«

Quelle: Definition der WHO/FHO 2001

Die gute Nachricht: diese allgemeingültige Antwort können wir mit wissenschaftlichen Erkenntnissen konkretisieren. In unserem Artikel konzentrieren wir uns auf die Einnahme von Probiotika zusammen mit oder nach der Einnahme von Antibiotika.

Einnahme von Antibiotika und Probiotika

Vielleicht hast Du als Patient schon einmal ein probiotisches Präparat zusammen mit einem Antibiotikum empfohlen bekommen – oder es als Arzt verschrieben? Bspw. bei einer Halsentzündung oder einer Harnwegsinfektion? Ziel der Behandlung mit Probiotika während oder nach der Antibiotikaeinnahme kann sein, antibiotikabedingte Symptome wie Krämpfe, Durchfall oder Verstopfung zu lindern1. In anderen Fällen geht es darum, die Mikrobiota, also die Bakterien und andere Mikroorganismen im Darm, wieder ins Gleichgewicht zu bekommen. Obwohl das letztgenannte Ziel ein guter Ansatz ist, stellen sich Probiotika vielleicht nicht als die beste Wahl heraus. Warum aber kombinieren viele Heilberufler Antibiotika und Probiotika?

Um dieser Frage nachzugehen, müssen wir uns mit den Vorteilen von Probiotika und den dahinter stehenden Behauptungen befassen, dass Probiotika eine Dysbiose (Ungleichgewicht der Darmflora) beheben können. Wir werfen dafür einen Blick in die verfügbare Literatur und schauen, ob die genannte Behauptung einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten.

Zunächst möchten wir darauf hinweisen, dass Antibiotika lebensrettend sein können und bei der Bekämpfung bakterieller Krankheitserreger sehr wichtig sind. Allerdings verursachen sie oft große Kollateralschäden an unseren kommensalen Darmbakterien, die uns vor der Besiedlung durch Krankheitserreger schützen2. Forscher fanden heraus, dass es viele Monate dauern kann, bis sich das menschliche Mikrobiom von einer einzigen Antibiotikaeinnahme erholt hat, und selbst danach kann die Erholung unvollständig sein3,4. 

Vorteile der Kombination Probiotika/Antibiotika

Nachdem wir einige belastbare Studien unter die Lupe genommen haben, können wir folgendes festhalten:

  • Einige Probiotika wirken synergistisch mit Antibiotika und helfen, Infektionen zu beseitigen5.
  • Probiotika können Nebenwirkungen von Antibiotika, einschließlich Antibiotika-assoziierter Diarrhöe, verringern1.
  • Probiotika verringern die Wahrscheinlichkeit von C. difficile-Infektionen bei Patienten, die langfristig Antibiotika einnehmen6.

Wirkmechanismen von Probiotika bei einer Dysbiose

Um auf eine Dysbiose positiv einzuwirken, bedienen sich Probiotika der folgenden Wirkmechanismen:

  • Blockieren der Anheftungsstellen von Krankheitserregern im Darm – auch bekannt als kompetitive Adhärenz;
  • Abtöten von Krankheitserregern durch antimikrobielle Verbindungen;
  • Zerstören von Toxinen durch Proteasen (Protein abbauende Enzyme);
  • Modulation des Immunsystems;
  • Modulation der Darmmikrobiota – auch bekannt als kompetitiver Ausschluss7.

Beweislage für Probiotika in Kombination mit Antibiotika

Im Jahr 2014 veröffentlichte Lynne McFarland eine systematische Übersicht, in der sie den Hinweisen nachging, dass Probiotika die Mikrobiota nach einer Antibiotikatherapie wiederherstellen8. Obwohl einige der Hinweise auf den ersten Blick vielversprechend aussehen, ergibt sich bei näherer Betrachtung ein differenzierteres Bild.

Bevor wir zu dieser Differenzierung kommen, möchten wir kurz ein wenig ausholen. Eine Untersuchung der Bakterien in unserem Darm kann auf vielerlei Weise erfolgen. Oft ergibt eine Kombination unterschiedlicher Ansätze das kompletteste Bild. Die folgenden Untersuchungsmethoden kommen in der Regel zum Einsatz:

  • Züchten und untersuchen einer Kultur;
  • 16s-Sequenzierung;
  • Shotgun-Sequenzierung.

Viele der Bakterien in unserem Darm lassen sich nicht kultivieren. Das liegt vor allem an ihrer extremen Empfindlichkeit gegenüber Sauerstoff. Daher liefert diese Methode kein zuverlässiges Bild des Zustands der Darmmikrobiota.

Probiotische Lebensmittel

Ahnst Du schon, worauf wir hinauswollen? Die meisten Studien, die in McFarlands Übersichtsarbeit berücksichtigt wurden, verwendeten Bakterienkulturen zur Untersuchung der Mikrobiota sowohl vor als auch nach einer Antibiotika- und Probiotikatherapie. Darüber hinaus hatten die Mehrheit der Studien, die eine Wiederherstellung der Mikrobiota versprachen, eine sehr geringe Teilnehmerzahl. Zudem wurden die meisten Probiotika nur in einer einzigen Studie untersucht oder zeigten von einer Studie zur nächsten unterschiedliche Ergebnisse. Zu guter Letzt liegt ein weiterer Schwachpunkt in McFarlands Arbeit, dass die Überprüfung der Studien von ihr allein durchgeführt wurde; dies entspricht nicht den wissenschaftlichen Standards.

Da die meisten von McFarland betrachteten Studien keine oder nur eine sehr kurze Nachbeobachtungszeit hatten und aufgrund der Kultivierung kein vollständiges Bild des Mikrobioms ergeben, sollte von konkreten therapeutischen Empfehlungen auf Grundlage allein dieser Studie abgesehen werden. Vor allem, weil wir mittlerweile über neuere und bessere Instrumente zur Erstellung von Mikrobiomprofilen verfügen. 

Sehen wir uns jetzt die interessanten Ergebnisse der Studien des Weizmann-Instituts aus dem Jahr 2018 an, die die Probiotikabranche in Aufruhr versetzte.

Studie: Probiotika verzögern Erholung des Mikrobioms

In der ersten Studie des Weizmann-Instituts9 nahmen die Forscher Proben von Kot, Darmlumen (der freie, normalerweise mit Speisebrei oder Stuhl ausgefüllte Raum innerhalb der Darmschlingen) und Darmschleimhaut von Mäusen und Menschen. Anschließend verabreichten sie sowohl Mäusen als auch Menschen Probiotika, um zu sehen, was mit ihrem Mikrobiom geschah. Hier die Ergebnisse:

Ergebnis #1

Das fäkale Mikrobiom (Stuhlproben) spiegelt nicht die Gesamtheit des Darmmikrobioms wider

Das anhand von Stuhlproben gemessene fäkale Mikrobiom entspricht bei weitem nicht dem wahren Mikrobiom, das sich im gesamten Verdauungstrakt befindet. Bei den menschlichen Teilnehmern stellte sich heraus, dass mehr als 10 Bakterientaxa (Gattungen, Arten) in den Stuhlproben im Vergleich zu Proben des Darmlumens oder der Darmschleimhaut entweder deutlich über- oder unterrepräsentiert waren.

Ergebnis #2

Probiotika sorgen nicht für eine stabile Besiedlung des Darms bei Mäusen

Das ergab eine vierwöchige Supplementierung mit einem Probiotikum mit 5 Milliarden KBE (koloniebildenden Einheiten), das aus den folgenden Stämmen bestand:

Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus casei, Lactobacillus casei subsp. paracasei, Lactobacillus plantarum, Lactobacillus rhamnosus, Bifidobacterium longum, Bifidobacterium bifidum, Bifidobacterium breve, Bifidobacterium longum subsp. infantis, Lactococcus lactis, Streptococcus thermophilus.

                    Die Forscher fanden keine Anzeichen für eine probiotische Besiedlung im Darmlumen oder in der Darmschleimhaut des oberen oder unteren Verdauungstrakts. Allerdings fanden sie eine Veränderung des Mikrobioms des unteren Verdauungstrakts.

                    Ergebnis #3

                    Bei Mäusen verhindert das normale Mikrobiom eine weitgehende Besiedlung mit Bakterien – trotz täglicher Probiotikaeinnahme

                    Die Forscher testeten die Hypothese, ob das normale Mikrobiom die Kolonisierungsresistenz fördert. Dafür verabreichten sie Mäusen, die in einer keimfreien und sterilen Umgebung lebten, das oben genannte Probiotikum mit 11 Stämmen. Da die so untersuchten „keimfreien“ Mäuse im Vergleich zu den bereits oben erwähnten normalen Mäusen eine massive Kolonisierung aufwiesen, kann dieses Experiment die Hypothese der Forscher bestätigen.

                    Ergebnis #4

                    Die Besiedlung durch Probiotika beim Menschen ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich

                    Da die Ergebnisse bei Mäusen nicht ohne Weiteres auf Menschen übertragen werden können, rekrutierten die Forscher als nächstes 15 gesunde Teilnehmer, die das oben erwähnte Probiotikum oder ein Zellulose-Placebo erhielten.

                    Die Forscher stellten fest, dass sechs der 15 Teilnehmer eine signifikante Besiedlung der Darmschleimhaut mit Probiotika aufwiesen. Neun der 15 Teilnehmer wiesen keine solche Anreicherung der probiotischen Stämme in der Darmschleimhaut auf. Darüber hinaus konnte nur einer der 11 Stämme signifikant in der Darmschleimhaut nachgewiesen werden.

                    Trotz dieser Besiedlung stellten die Forscher keine statistische Veränderung des Darmmikrobioms des oberen oder unteren Verdauungstrakts fest, als die 15 Teilnehmer untersucht wurden.

                    Ergebnis #5

                    Probiotika verzögern die Wiederherstellung des normalen Mikrobioms nach der Einnahme von Antibiotika

                    In der nächsten Studie11 untersuchten die Forscher, wie gut sich das Mikrobiom nach der Einnahme von Antibiotika erholt – sowohl mit als auch ohne Probiotika. Zwar gibt es zahlreiche Hinweise dafür, dass Probiotika bei der Vorbeugung von Antibiotika-assoziierter Diarrhö hilfreich sein können1. Die langfristigen Auswirkungen einer Probiotikaeinnahme nach der Behandlung mit Antibiotika waren bis dato unbekannt.

                    Dafür behandelten die Forscher am Weizmann-Institut sowohl Mäuse als auch eine Gruppe von 21 gesunden Teilnehmern mit Iprofloxacin und Metronidazol, zwei Breitbandantibiotika. Die Mäuse wurden 14 Tage lang und die Menschen 7 Tage lang behandelt. Anschließend wurden sowohl die Mäuse als auch die Menschen in drei Gruppen aufgeteilt:

                    • Gruppe 1: Spontane Erholung – keine Intervention;
                    • Gruppe 2: Probiotische Nahrungsergänzung (11 Stämme);
                    • Gruppe 3: Autologe fäkale Mikrobiota-Transplantation (aFMT) – der Darm der Teilnehmer wurde mit ihren eigenen Fäkalien geimpft, die vor der Antibiotikabehandlung gesammelt worden waren.

                    Ähnlich wie bei dem Experiment mit keimfreien Mäusen zeigten die mit Antibiotika behandelten Mäuse eine leicht verbesserte probiotische Besiedlung. Im Vergleich dazu wiesen jedoch die Menschen, die nach der Antibiotikabehandlung mit Probiotika behandelt wurden, eine signifikante Besiedlung der Darmschleimhaut des Ileums (die letzten etwa 60 % des Dünndarms) und des Dickdarms auf.

                    Eine verwandte, aber vielleicht wichtigere Erkenntnis war, dass die Probiotika-Behandlung den Erholungsprozess des normalen Mikrobioms verzögerte. Die Antibiotika-induzierte Dysbiose blieb sogar noch 5 Monate nach Absetzen der probiotischen Behandlung bestehen.

                    In der Zwischenzeit waren die signifikanten Unterschiede in der Zusammensetzung der fäkalen Mikrobiota im Vergleich zum Ausgangswert in Gruppe 1 nach 21 Tagen nach der Antibiotika-Behandlung verschwunden.

                    Ergebnis #6

                    Besonders der probiotische Stamm Lactobacillus verhinderte die Erholung des Mikrobioms

                    Als nächstes untersuchten die Forscher, welche Bakteriengattungen des Probiotikums das menschliche Mikrobiom am stärksten hemmten. Indem sie Kulturen der verschiedenen Gattungen zu Kulturen frischer menschlicher fäkaler Mikrobiota hinzufügten, fanden die Forscher heraus, dass Lactobacillus die Diversität der Mikrobiota deutlich reduzierte und die Struktur der Mikrobiota veränderte.

                    Ergebnis #7

                    Wiederherstellung des Mikrobioms am schnellsten bei autologer fäkaler Mikrobiota-Transplantation

                    Die Forscher hatten vor der Einnahme der Antibiotika von allen Teilnehmern Stuhlproben genommen. In Gruppe 3 wurde der eigene Stuhl der Teilnehmer als autologes fäkales Mikrobiota-Transplantat (aFMT) verwendet. Interessanterweise erreichten die Teilnehmer der Gruppe 3 eine schnelle (1 Tag!) und nahezu vollständige Wiederherstellung des Mikrobioms der Darmschleimhaut.

                    Anders als bei der Einnahme eines Probiotikums stellte die aFMT auch mehrere Schlüsselarten wie Alitipes shahii, Roseburia intestinalis und Coprococcus spp. wieder her.

                    Sind Probiotika nach einer Antibiotikaeinnahme schädlich?

                    Obwohl die Ergebnisse der oben genannten Studien die Wirksamkeit und den Nutzen von Probiotika, die nach Antibiotika eingenommen werden, in Frage stellen, müssen zwei Faktoren berücksichtigt werden. In den Studien wurde nur eine bestimmte Gruppe von Probiotikastämmen untersucht. Andere Kombinationen, mit Ausnahme von Lactobacillus, hätten zu anderen Ergebnissen führen können. Die Untersuchungen wurden an gesunden Erwachsenen durchgeführt und lassen sich nicht ohne Weiteres auf Kinder sowie ältere oder kranke Patienten übertragen.

                    Wie bereits erwähnt, wurde in einer systematischen Übersichtsarbeit festgestellt, dass Probiotika zur Vorbeugung von Antibiotika-assoziierter Diarrhö (AAD) beitragen können1. Bei Betrachtung der Daten der Meta-Analyse dieser Studie wird jedoch deutlich, dass man 13 Patienten mit Probiotika behandeln müsste, um bei einem Patienten Durchfall zu vermeiden. Dabei würde man riskieren, die Erholung des Mikrobioms aller 13 Patienten zu verzögern. Betrachtet man die verschiedenen in der systematischen Übersichtsarbeit untersuchten Probiotika, so wird erneut deutlich, dass Lactobacillus- und Bifidobacterium-haltige Probiotika das Risiko von AAD nicht so stark senken wie Saccharomyces und Bacillus.

                    Antibiotika und die Einnahme von Probiotika

                    Eine weitere systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2017 untersuchte die Wirkung einer Probiotika-Supplementierung zur Verringerung des C.difficile-Risikos bei Krankenhauspatienten, die Antibiotika einnahmen. Die Meta-Analyse attestierte Probiotika, die innerhalb von zwei Tagen nach Beginn der Antibiotikagabe verabreicht werden, eine gewisse Wirksamkeit – allerdings müssten demnach durchschnittlich 43 Personen behandelt werden, um bei einer dieser Personen C.difficile zu vermeiden.

                    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die potenziellen negativen Auswirkungen (verlangsamte Erholung der Mikrobiota) von Probiotika nach der Einnahme von Antibiotika die potenziellen Vorteile überwiegen. Dies gilt besonders für Probiotika der Gattung Lactobacillus. Für die Stämme S. boulardii und Bacillus kann das Ergebnis allerdings anders ausfallen. 

                    Übrigens: Inwieweit der Stamm Bacillus dazu beitragen kann, C.difficile-Infektionen nach der Einnahme von Antibiotika zu verhindern, ohne die normale Mikrobiota zu stören, wurde kürzlich an Mäusen untersucht12. Bisher sehen die Ergebnisse vielversprechend aus.

                    Vielversprechender Ansatz: Wiederherstellung der ökologischen Zusammensetzung des Darmmikrobioms

                    Antibiotika stören das normale Mikrobiom, so dass es sich in einem Zustand der Dysbiose befindet. Ein Symptom einer solchen Dysbiose ist die Ausbreitung von Enterobacteriaceae und die Verarmung der Produzenten der kurzkettigen Fettsäure Butyrat.

                    In einer Reihe verschiedener Experimente fanden der Forscher Andreas Bäumler und seine Kollegen heraus, dass die Wiederherstellung eines anaeroben (sauerstoffarmen) Milieus im Darm zum Wiederaufbau des Darmmikrobioms beitragen kann13. Durch die Zugabe von Tributyrin konnten die Forscher den Energiestoffwechsel der Darmzellen erhöhen und die Zusammensetzung des Mikrobioms wieder verbessern14. Mit anderen Worten: Die ökologischen Bedingungen des Darms wurden vollständig wiederhergestellt.

                    Zusammenfassung

                    In Anbetracht der in diesem Artikel analysierten Studien scheint derzeit das Risiko, die Erholung der Mikrobiota durch die Einnahme von Probiotika zu verzögern, den Nutzen der Probiotika zu überwiegen. Vielversprechende Kandidaten unter den probiotischen Stämmen scheinen momentan S. boulardii und Bacillus zu sein. Um dies zu bestätigen, sind zuerst weitere Studien mit Menschen erforderlich.

                    Ein Ansatz zur ökologischen Wiederherstellung der Darmhomöostase in Form einer autologen fäkalen Mikrobiota-Transplantation oder durch die Supplementierung mit Tributyrin sind ebenso vielversprechend. Sie bieten sich schon jetzt zur Wiederherstellung des Darmmikrobioms während oder nach der Einnahme von Antibiotika an.


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