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Autor: Benjamin Gullanger

Neues aus der Mikrobiomforschung: Februar 2022

News Mikrobiomforschung Mibiota

Mikrobiom News

24. Februar 2022

Die Corona-Pandemie hat auch die Forschung auf dem Gebiet des Mikrobioms weiter voran getrieben. Im heutigen Blog-Beitrag befassen wir uns mit den folgenden Themen:

  • Einfluss der Darmflora auf Allergien in der frühen Kindheit
  • Fermentierte Lebensmittel und Darmmikrobiota
  • Einsatz von Präbiotika bei COVID-19

Viel Spaß beim Lesen!

#1 Darmflora in der frühen Kindheit beeinflusst spätere Entwicklung von Allergien

Hintergrund: Die Häufigkeit von Allergien bei Kindern nimmt zu. Forscher versuchen herauszufinden, was uns außer unserer genetischen Veranlagung noch anfällig für Allergien macht. Viele der Umweltfaktoren, die Allergien beeinflussen – wie z.B. unsere Ernährung, die Geburtsart und der Einsatz von Antibiotika – haben auch große Auswirkungen auf unser Darmmikrobiom. Dies macht das Darmmikrobiom zu einem potenziellen Vermittler bei der Entwicklung von Allergien: wenn es aus dem Gleichgewicht gerät (sogenannte Dysbiose), kann die Darmbarriere leiden. Dadurch können größere Partikel aus Nahrungsmitteln und anderen Quellen in unseren Blutkreislauf gelangen. Das Ergebnis einer solchen Dysbiose kann eine Immunreaktion gegen eine Vielzahl von eigentlich unschädlichen Stoffen, die in den Blutkreislauf gelangen, sein.

In der ersten vorgestellten Studie untersuchten italienische Forscher das Darmmikrobiom allergischer Kinder und verglichen es mit dem ihrer gesunden Altersgenossen.

Zusammensetzung der Darmflora in der frühen Kindheit beeinflusst Entwicklung von Allergien

Ergebnisse: Die Forscher kamen zu einigen interessanten und hilfreichen Erkenntnissen. Insgesamt wies die mikrobielle Signatur von Kindern mit Nahrungsmittel- oder Atemwegsallergien ein stärkeres entzündungsförderndes Potenzial auf. Das bedeutet, dass bakterielle Gene, die an der Stimulierung einer entzündungsfördernden Immunreaktion beteiligt sind, bei den allergischen Kindern „aktiver“ waren. Die Forscher fanden auch eine Zunahme der Bakterien Ruminococcus gnavus und eine Abnahme der faserabbauenden Einheiten. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass sowohl die Ernährung als auch Probiotika mit entzündungshemmendem Potenzial förderlich sein könnten, Allergien bei Kindern zu vermeiden.

#2 Fermentierte Lebensmittel „balancieren“ die Darmmikrobiota

Fermentiertes Gemüse ist gesund für die Darmflora

Hintergrund: Das Darmmikrobiom spielt eine Rolle bei fast allen Prozessen, die in unserem Körper ablaufen. Eines der betroffenen Körpersysteme ist unser Immunsystem. Mit der aktuellen Pandemie ist das Interesse am Immunsystem und an Möglichkeiten, es zu “stärken”, sprunghaft angestiegen. Über die Ernährung können wir indirekt Einfluss auf das Immunsystem nehmen, da sie das Darmmikrobiom moduliert. Hier spielen fermentierte Lebensmittel eine wichtige Rolle.

In unserer zweiten Studie untersuchten amerikanische Forscher, wie zwei sehr spezifische Ernährungsweisen unser Mikrobiom und damit das Immunsystem beeinflussen. Bei der ersten Ernährungsweise handelte es sich um eine ballaststoffreiche Diät, die zehn Wochen lang eingehalten wurde; bei der zweiten handelte es sich um eine Diät mit einem hohen Anteil an fermentierten Lebensmitteln.

Ergebnisse: Nach zehn Wochen des Verzehrs fermentierter Lebensmittel wurde bei den 39 gesunden Erwachsenen, die in dieser Gruppe waren, eine stetige Zunahme der Mikrobiota-Diversität und ein stetiger Rückgang der Entzündungen festgestellt. Im Vergleich dazu führte eine zehn-wöchige ballaststoffreiche Ernährung dazu, dass das Darmmikrobiom der Teilnehmer in dieser Gruppe besser in der Lage war, Ballaststoffe abzubauen. Sie veränderte aber weder die Mikrobiota-Diversität noch den Immunstatus in gleichem Maße wie in der Gruppe mit hohem Anteil fermentierter Lebensmittel. Da die Vielfalt des Mikrobioms in unserer Industriegesellschaft stetig abnimmt, hebt diese Studie den Verzehr fermentierter Lebensmittel als Möglichkeit hervor, der scheinbar unvermeidlichen Abnahme der Darmmikroben entgegenzuwirken.

#3 COVID-19 mit Probiotika bekämpfen!

Hintergrund: Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass die kleinen Helfer in unserem Darm auch über die Darm-Lungen-Achse unsere Gesundheit beeinflussen können. Eine Möglichkeit positive – aber vorübergehende – Auswirkungen auf unser Darmmikrobiom und unseren allgemeinen Gesundheitszustand zu erzielen, ist der Einsatz von Probiotika (was Probiotika sind, erfahren Sie in unseren FAQ ???? ). Diese gesundheitsfördernden Bakterien werden in Form einer Kapsel oder eines Pulvers eingenommen, besiedeln unseren Darm dabei aber nur selten. Stattdessen passieren sie ihn fast unbemerkt während sie ihre Wirkung entfalten: auf ihrem Weg durch den Darm interagieren Probiotika mit unserem Immunsystem, mit anderen Bakterien und produzieren gesundheitsfördernde Moleküle wie kurzkettige Fettsäuren.

In einer Studie mit 293 Covid-19-positiven Probanden testeten mexikanische Forscher 30 Tage lang eine probiotische Formel mit immunmodulierenden Eigenschaften gegen ein Placebo.

Präbiotika zur Behandlung bei Covid

Ergebnisse: Bei 53% der Teilnehmer in der Probiotikagruppe wurde innerhalb von 30 Tagen ein vollständiges Nachlassen der Krankheitssymptome festgestellt, während dies in der Placebogruppe nur bei 28% der Fall war. Interessanterweise wies die Gruppe, die das Probiotikum erhielt, auch eine niedrigere Viruslast hinter der Nase (nasopharyngeal) auf als die Placebogruppe, sowie einen signifikanten Anstieg der SARS-CoV2 IgM- und IgG-Antikörper.

Andererseits: krankheitsspezifische Antikörper sind leicht zu messen, machen aber nur einen Teil der komplexen Immunreaktion gegen ein Antigen wie SARS-CoV2 aus. Darüber hinaus waren alle Teilnehmer jünger als 60 Jahre und im Allgemeinen gesund. Daher lassen sich diese Ergebnisse nicht direkt auf andere Krankheiten übertragen.


Referenzen (Englisch)

  1. De Filippis F, Paparo L, Nocerino R, et al. Specific gut microbiome signatures and the associated pro-inflamatory functions are linked to pediatric allergy and acquisition of immune tolerance. Nat Commun. 2021;12(1):5958. Published 2021 Oct 13. doi:10.1038/s41467-021-26266-z
  2. Wastyk HC, Fragiadakis GK, Perelman D, et al. Gut-microbiota-targeted diets modulate human immune status. Cell. 2021;184(16):4137-4153.e14. doi:10.1016/j.cell.2021.06.019
  3. Gutiérrez-Castrellón P, Gandara-Martí T, Abreu Y Abreu AT, et al. Probiotic improves symptomatic and viral clearance in Covid19 outpatients: a randomized, quadruple-blinded, placebo-controlled trial. Gut Microbes. 2022;14(1):2018899. doi:10.1080/19490976.2021.2018899

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Die Ballaststofflücke: Darum sind Präbiotika für unsere Gesundheit so bedeutend

Gemuese liefern Ballaststoffe

Die Ballaststofflücke

Darum sind Präbiotika für unsere Gesundheit so bedeutend

03. Februar 2022

Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass unser Darmmikrobiom eine wesentliche Rolle für unsere Gesundheit und unser allgemeines Wohlbefinden spielt. Ballaststoffe wiederum können einen wesentlichen Einfluss auf die Zusammensetzung unseres Darmmikrobioms nehmen.1

Der Verzehr ausreichender Ballaststoffe wirkt sich nachweislich positiv aus auf: die Bildung und Regelmäßigkeit unseres Stuhlgangs, unser Immunsystem, die Blutzuckerkontrolle, sowie die Vielfalt der Darmbakterien.2 Dem entgegen kann ein Defizit an Ballaststoffen verschiedene Krankheitsbilder fördern. Aus gutem Grund raten uns Ernährungsexperten daher, ausreichend Ballaststoffe zu verzehren.2

BallaststoffeMenschen in den Industrienationen nehmen zu wenig auf

Werfen wir kurz einen Blick darauf, wie es um die Aufnahme von Ballaststoffen in der westlichen Hemisphäre bestellt ist. Hier zeigt sich, dass die US-Amerikaner am unteren Ende der Skala liegen, und zwar mit nur 17 Gramm pro Tag3. Viele Europäer essen schon deutlich mehr Ballaststoffe: Deutschland, die Niederlande und Norwegen gehören mit 24-28 Gramm pro Tag zu den fünf Spitzenreitern. Das Vereinigte Königreich bildet mit nur etwa 14 Gramm pro Tag das absolute Schlusslicht.4

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit sowie die meisten landeseigenen Institutionen empfehlen eine Aufnahme von 25-35 Gramm Ballaststoffen pro Tag, wobei es keine Obergrenze gibt.4 Ausgewerteten Daten zufolge enthielt die Ernährung unserer Vorfahren relativ wenig Zucker, und je nach Jahreszeit betrug die Aufnahme bis zu 100 Gramm Ballaststoffe täglich.5

Dies ist aus dem Grund interessant, da unsere Vorfahren nicht mit denselben chronischen und Zivilisationskrankheiten zu kämpfen hatten wie wir heute. Eine zwingende Kausalität bedeutet dies nicht, denn dafür haben sich unsere Lebens- und Essgewohnheiten sowie die Umweltbedingungen seit Beginn des industriellen Zeitalters sehr stark geändert. Mit Sicherheit lässt sich allerdings sagen, dass die heutige Menge aufgenommener Ballaststoffe weit unter den offiziellen Empfehlungen liegt – sowie noch sehr viel weiter unter dem Level unserer Vorfahren.

Ballaststoffe und Präbiotika: Nahrung für unser Mikrobiom

Ballaststoffe können Polysaccharide (Vielfachzucker), resistente Stärke, resistente Oligosaccharide, löslich und unlöslich sein (mehr hierzu finden Sie auch in unseren FAQ). Sie passieren unseren Magen und Dünndarm nahezu unverdaut und rutschen durch bis in unseren Dickdarm. Dort werden sie dann fermentiert und werden so zu einer sehr wichtigen Nahrungsgrundlage für die uns nützlichen Darmbakterien.2 Den Teil der Ballaststoffe, der für diese Darmbakterien als Nahrung dient, bezeichnen wir übrigens als Präbiotika.

Lösliche Ballaststoffe nehmen Wasser auf und vergrößern als Teil unseres Speisebreis so insgesamt sein Volumen. Dies hat gleich zwei positive Nebenwirkungen: einerseits erhöht sich durch das stärkere Ausfüllen des Magens unser Sättigungsgefühl. Im Dickdarm angekommen wirkt der voluminösere Speisebrei einen höheren Druck auf die Darmwand aus, was diesen zu einer beschleunigten Entleerung verleitet (es flutscht richtig gut).

Bei der Fermentation der Ballaststoffe produzieren die Darmmikroben wiederum wertvolle kurzkettige Fettsäuren (zum Beispiel Acetat oder Butyrat).6 Die kurzkettigen Fettsäuren wirken als Signalmoleküle sowohl lokal im Dickdarm als auch systemisch. Sie beeinflussen die Blutzuckerkontrolle, die Serotoninproduktion, die Integrität der Darmbarriere, reduzieren Entzündungen und wirken sich positiv auf den Stoffwechsel aus.6, 7

Lösliche Ballaststoffe können übrigens besser fermentiert werden als unlösliche. Dadurch bieten sie ein reichhaltigeres Nahrungsangebot für unsere Darmmikroben. Ballaststoffe in Form resistenter Stärke erhöhen dieses Nahrungsangebot noch einmal. Beabsichtigen Sie also, einen spürbaren positiven Effekt auf Ihre Gesundheit und Ihre Wohlbefinden durch die Aufnahme von Ballaststoffen zu erreichen, bietet sich resistente Stärke aufgrund der spezifischen Eigenschaften am besten an.

Unsere Empfehlung bei Ballaststoffmangel: Resistentes Dextrin

MIBIOTA EASYGUT ist resistentes Dextrin (eine Form der resistenten Stärke) mit den bereits erwähnten präbiotischen Eigenschaften.8, 9 Neben seiner hohen Löslichkeit ist unser resistentes Dextrin ebenso hitzestabil. Dies macht es zu einem vielseitigen Ballaststoff, der sowohl in kalten als auch in heißen Getränke und Speisen kinderleicht verarbeitet werden kann. Die Einnahme von MIBIOTA EASYGUT erleichtert Dir, die vorhandene Ballaststofflücke zu schließen!


Referenzen (Englisch):

  1. Lynch SV, Pedersen O. The Human Intestinal Microbiome in Health and Disease. N Engl J Med 2016;375:2369-2379.

  2. Gill SK, Rossi M, Bajka B, et al. Dietary fibre in gastrointestinal health and disease. Nat Rev Gastroenterol Hepatol 2021;18:101-116.

  3. Dahl WJ, Stewart ML. Position of the Academy of Nutrition and Dietetics: Health Implications of Dietary Fiber. J Acad Nutr Diet 2015;115:1861-70.

  4. Stephen AM, Champ MM, Cloran SJ, et al. Dietary fibre in Europe: current state of knowledge on definitions, sources, recommendations, intakes and relationships to health. Nutr Res Rev 2017;30:149-190.

  5. Jew S, AbuMweis SS, Jones PJ. Evolution of the human diet: linking our ancestral diet to modern functional foods as a means of chronic disease prevention. J Med Food 2009;12:925-34.

  6. Holscher HD. Dietary fiber and prebiotics and the gastrointestinal microbiota. Gut Microbes 2017;8:172-184.

  7. Tan J, McKenzie C, Potamitis M, et al. The role of short-chain fatty acids in health and disease. Adv Immunol 2014;121:91-119.

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Fünf weitere Gründe, um mit Sport anzufangen

Sport und Bewegung wichtig für die Darmgesundheit

Fünf weitere Gründe, um mit Sport anzufangen

15. Dezember 2021

Die Darmmikrobiota spielt eine wichtige Rolle für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Richtige Ernährung und Bewegung müssen nicht viel Geld kosten und stehen uns jederzeit zur Verfügung. Und beide haben einen positiven Einfluss auf die Mikroorganismen, die im Darmtrakt unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden regulieren.

In diesem Beitrag nennen wir Ihnen fünf mikrobiologische Gründe , warum regelmäßiger Sport Ihrer Gesundheit gut tut.

#1 Bewegung erhöht die Produktion von kurzkettigen Fettsäuren

Die Konzentration von Bakterien, die für die Produktion von kurzkettigen Fettsäuren (SCFA) verantwortlich sind, erhöht sich sowohl bei fettleibigen als auch bei schlanken Menschen mit Ausdauertraining  (1, 2). Nach sechs Wochen Ausdauertraining wurde jedoch nur bei schlanken Personen ein Anstieg der fäkalen Konzentration von SCFAs nachgewiesen, während bei fettleibigen Personen keine signifikante Änderungen zu beobachten waren (1). Dieser Unterschied könnte darauf zurückgeführt werden, dass fettleibige Personen SCFAs vermehrt aufnehmen, sprich eine Besiedelung im Darm stattfindet.

Warum sind SCFAs nun so wichtig? Im Folgenden finden Sie eine  Liste einiger der positiven Einflüsse, die SCFAs auf unsere Gesundheit nehmen:

  • SCFAs dienen als Treibstoffquelle für die Epithelzellen in unserem Darm (3).
  • SCFAs haben entzündungshemmende Wirkung sowohl lokal als auch systemisch (4).
  • SCFAs sind wichtige Regulatoren des Sättigungsgefühls (5).
  • SCFAs haben eine hohe Bedeutung für unsere psychische Gesundheit (6).
  • SCFAs helfen, den Blutdruck zu regulieren (7).

#2 Bewegung verbessert die Zusammensetzung der Darmmikrobiota

Ein vielfältiges Mikrobiom wird als ein gesundes Mikrobiom angesehen. Eine hohe Diversität der Mikroben macht das Mikrobiom widerstandsfähig gegen die Invasion potenziell pathogener Mikroben und erhöht die Kapazität zur Verdauung von Nahrungsmitteln und zur Vitaminsynthese.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Verhältnis der verschiedenen bakteriellen Stämme zueinander. Für unseren Stoffwechsel ist das Verhältnis von Firmicutes zu Bacteroidetes wichtig und es wird vermutet, dass es eine entscheidende Rolle bei Übergewicht spielt (8).

Sowohl intensives Intervalltraining als auch moderates Ausdauertraining scheinen einen positiven Einfluss auf das Verhältnis von Firmicutes zu Bacteroidetes zu haben, indem sie die Anzahl von Bacteroidetes erhöhen (9). Darüber hinaus reduziert Ausdauertraining das Pilzwachstum und verbessert auf diesem Weg die Zusammensetzung und Diversität unseres Mikrobioms (1, 10-12).

Ausreichende Bewegung wird auch mit einem erhöhten Vorkommen von Faecalibacterium prausnitzii und Akkermansia muciniphila (12) in Verbindung gebracht. Diese beiden Bakterienspezies bilden ebenso wichtige Eckpfeiler   für unsere Darmgesundheit und spielen eine Rolle bei Übergewicht (13).

#3 Bewegung erhöht die Schutzfunktion der Darmbarriere

Die Darmbarriere besteht aus einer einzigen Schicht von Zellen, die unser Inneres von der Außenwelt trennt. Man kann sie sich wie Bodyguards vorstellen, die in Reih und Glied, Schulter an Schulter, stehen. Ihre Hauptaufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass schädliche Stoffe die Barriere nicht durchdringen, und dennoch Nahrungslieferungen durchlassen. Schädliche Stoffe könnten in diesem Fall bakterielle Toxine oder auch unverträgliche Nahrungsproteine sein. Wenn diese Stoffe den Weg durch die Barriere finden, kann es zu systemischen Entzündungen kommen.

Eine übermäßige Durchlässigkeit des Darms, gemeinhin als “Leaky Gut” bezeichnet, wird mit einer Vielzahl von Erkrankungen wie Allergien, Diabetes, Reizdarmsyndrom und Autoimmunkrankheiten in Verbindung gebracht. 

Bei allen Formen sportlicher Betätigung passen sich unser Herz, unsere Muskeln, Sehnen und Bänder an die neue Belastung langsam an und werden stärker. Dies scheint auch für die Darmbarriere zu gelten.

Kurzfristiges, hochintensives Training erhöht die Permeabilität (Durchlässigkeit) des Darms (14). Mittelfristig scheint Bewegung jedoch einen positiven Einfluss auf die Darmbarriere zu nehmen. Eine Studie mit Typ-2-Diabetes-Patienten ergab, dass langfristiges Training die Zonulinwerte, einen Indikator für die intestinale Permeabilität, deutlich reduziert (10).

#4 Sport verbessert das Verhältnis von Prevotella zu Bacteroides

Die Häufigkeit der Bakteriengattung Prevotella hat sich als prädiktiv für die Reaktion auf Sport bei gesunden Erwachsenen erwiesen (11). Es wurde auch gezeigt, dass die Häufigkeit der Gattung Prevotella die Gewichtsabnahme bei einer ballaststoffreichen Ernährung positiv beeinflusst (15).

Andererseits haben andere Studien eine Erhöhung der Gattung Bacteroides nach ausreichend sportlicher Betätigung gezeigt, wodurch das Verhältnis von Prevotella zu Bacteroides gesenkt wurde (2, 12, 16). Da diese beiden Gattungen eine wichtige Rolle bei der Produktion kurzkettiger Fettsäuren einnehmen (17), ist möglicherweise die funktionelle Kapazität zur SCFA-Produktion ein besserer Prädiktor für die Reaktion auf Bewegung und Ernährung als die Bakteriengattungen selbst.  

#5 Bewegung reduziert Endotoxämie

Eine ungünstige Verschiebung des Darmmikrobioms (Dysbiose genannt) fördert durch die damit verbundene Freisetzung von Endotoxinen eine systemische niedriggradige Entzündung im Darm. Eines dieser Endotoxine ist Lipopolysaccharid (LPS). LPS wird in größeren Mengen freigesetzt, wenn sich potenziell pathogene Bakterien im Darm stark vermehren. Wir bezeichnen derartige Anhäufungen von Toxinen als Endotoxämie. Durch die Bindung an Erregerdetektoren im Darm führt LPS folglich zur Förderung von Entzündungen.

Interessanterweise reduzieren sowohl moderates Ausdauertraining als auch Sprintintervalltraining die Endotoxämie bei Menschen mit Insulinresistenz(9). Dieser Effekt wird wahrscheinlich durch eine Veränderung der Zusammensetzung der Darmmikrobiota verursacht und wurde  in mehreren Studien bestätigt (12).

Zusammenfassung

Bewegung hat tiefgreifende Auswirkungen auf unsere Gesundheit, und viele davon scheinen durch die Regulierung unseres Darmmikrobioms zustande zu kommen. Durch die Stärkung unser Darmbarriere, die Erhöhung der Produktion von SCFAs, die Verbesserung der Diversität und der Zusammensetzung des Darmmikrobioms sowie die Verringerung von Endotoxämie kann Sport uns widerstandsfähiger gegen Krankheiten machen, den Blutdruck, die Stimmung verbessern,  das Sättigungsgefühl regulieren, Entzündungen verringern und uns damit sogar beim Abnehmen helfen. Eine ballaststoffreiche Ernährung, die gezielt die Produktion von SCFA erhöht, kann die positiven Auswirkungen von Sport verstärken.

Präbiotische Ballaststoffe erhöhen nachweislich die Produktion wichtiger kurzkettiger Fettsäuren, und verbessern damit das Darmmilieu. Achten Sie darauf, dass Sie Ihren täglichen Bedarf an präbiotischen Ballaststoffen ausreichend decken, indem Sie MIBIOTA EASYGUT mit in Ihren täglichen Ernährungsplan aufnehmen!


Referenzen (Englisch)

  1. Allen JM, Mailing LJ, Niemiro GM, Moore R, Cook MD, White BA, et al. Exercise Alters Gut Microbiota Composition and Function in Lean and Obese Humans. Medicine and science in sports and exercise. 2018;50(4):747-57.
  2. Liu Y, Wang Y, Ni Y, Cheung CKY, Lam KSL, Wang Y, et al. Gut Microbiome Fermentation Determines the Efficacy of Exercise for Diabetes Prevention. Cell metabolism. 2020;31(1):77-91 e5.
  3. Blottiere HM, Buecher B, Galmiche JP, Cherbut C. Molecular analysis of the effect of short-chain fatty acids on intestinal cell proliferation. Proc Nutr Soc. 2003;62(1):101-6.
  4. Correa-Oliveira R, Fachi JL, Vieira A, Sato FT, Vinolo MA. Regulation of immune cell function by short-chain fatty acids. Clin Transl Immunology. 2016;5(4):e73.
  5. Bliss ES, Whiteside E. The Gut-Brain Axis, the Human Gut Microbiota and Their Integration in the Development of Obesity. Front Physiol. 2018;9:900.
  6. van der Hee B, Wells JM. Microbial Regulation of Host Physiology by Short-chain Fatty Acids. Trends Microbiol. 2021.
  7. Naqvi S, Asar TO, Kumar V, Al-Abbasi FA, Alhayyani S, Kamal MA, et al. A cross-talk between gut microbiome, salt and hypertension. Biomedicine & pharmacotherapy = Biomedecine & pharmacotherapie. 2021;134:111156.
  8. Turnbaugh PJ, Ley RE, Mahowald MA, Magrini V, Mardis ER, Gordon JI. An obesity-associated gut microbiome with increased capacity for energy harvest. Nature. 2006;444(7122):1027-31.
  9. Motiani KK, Collado MC, Eskelinen JJ, Virtanen KA, E LO, Salminen S, et al. Exercise Training Modulates Gut Microbiota Profile and Improves Endotoxemia. Medicine and science in sports and exercise. 2020;52(1):94-104.
  10. Pasini E, Corsetti G, Assanelli D, Testa C, Romano C, Dioguardi FS, et al. Effects of chronic exercise on gut microbiota and intestinal barrier in human with type 2 diabetes. Minerva Med. 2019;110(1):3-11.
  11. Bycura D, Santos AC, Shiffer A, Kyman S, Winfree K, Sutliffe J, et al. Impact of Different Exercise Modalities on the Human Gut Microbiome. Sports (Basel). 2021;9(2).
  12. Guevara-Cruz M, Flores-Lopez AG, Aguilar-Lopez M, Sanchez-Tapia M, Medina-Vera I, Diaz D, et al. Improvement of Lipoprotein Profile and Metabolic Endotoxemia by a Lifestyle Intervention That Modifies the Gut Microbiota in Subjects With Metabolic Syndrome. J Am Heart Assoc. 2019;8(17):e012401.
  13. Lukovac S, Belzer C, Pellis L, Keijser BJ, de Vos WM, Montijn RC, et al. Differential modulation by Akkermansia muciniphila and Faecalibacterium prausnitzii of host peripheral lipid metabolism and histone acetylation in mouse gut organoids. mBio. 2014;5(4).
  14. Karl JP, Margolis LM, Madslien EH, Murphy NE, Castellani JW, Gundersen Y, et al. Changes in intestinal microbiota composition and metabolism coincide with increased intestinal permeability in young adults under prolonged physiological stress. Am J Physiol Gastrointest Liver Physiol. 2017;312(6):G559-G71.
  15. Christensen L, Vuholm S, Roager HM, Nielsen DS, Krych L, Kristensen M, et al. Prevotella Abundance Predicts Weight Loss Success in Healthy, Overweight Adults Consuming a Whole-Grain Diet Ad Libitum: A Post Hoc Analysis of a 6-Wk Randomized Controlled Trial. The Journal of nutrition. 2019;149(12):2174-81.
  16. Morita E, Yokoyama H, Imai D, Takeda R, Ota A, Kawai E, et al. Aerobic Exercise Training with Brisk Walking Increases Intestinal Bacteroides in Healthy Elderly Women. Nutrients. 2019;11(4).
  17. Chen T, Long W, Zhang C, Liu S, Zhao L, Hamaker BR. Fiber-utilizing capacity varies in Prevotella- versus Bacteroides-dominated gut microbiota. Scientific reports. 2017;7(1):2594.

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